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Stand: 11.09.2016

Pressemitteilung

Ausnahmesituation Corona - eine Herausforderung für Familien

Eltern und ihre Kinder auf einem Waldweg

Wie erkläre ich meinem Kind die aktuelle Situation?
Kinder sind neugierig und erkennen sehr wohl, dass etwas "Besonderes" vor sich geht. So gehen sie zurzeit nicht in den Kindergarten. Sie treffen keine anderen Familien und Freunde - vieles mehr ist anders als sonst.

Das können Sie jetzt tun: 
Sprechen Sie mit Ihrem Kind in einer einfachen und verständlichen Form und erklären Sie die neue Situation. Hören Sie ihm geduldig und aufmerksam zu und beantworten Sie seine Fragen ehrlich und kindgerecht. Ihr Kind braucht Zeit, wie wir Erwachsene auch, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Bewahren Sie Ihr Kind vor einer zu intensiven Berichterstattung durch Medien oder Erwachsenengespräche. Erklären Sie, warum Regelungen wie Kita- und Schulschließungen getroffen werden müssen.

Informieren Sie, weshalb keine Verabredungen oder Besuche bei Freunden oder Großeltern stattfinden können und geben Sie ihrem Kind Alternativen, mit Verwandten und Freunden in Kontakt zu bleiben, zum Beispiel  über Telefon, Videoanrufe oder Briefe schreiben.

Verheimlichen Sie nicht Ihre eigene Betroffenheit, und sprechen mit Ihrem Kind offen darüber, warum Sie besorgt sind. Helfen Sie Ihrem Kind zu verstehen, warum Sie so reagieren, wie Sie es tun.

Wie unterstütze ich mein Kind in der aktuellen Situation?
Seien Sie für Ihr Kind da! Hören Sie zu und beschäftigen Sie sich miteinander.

Schaffen Sie als Familie eine Tagesstruktur

  • Halten Sie die gewohnten Essenszeiten und Schlaf-Zeiten ein!
  • Lern- und Spielzeiten sowie Ruhephasen geben Ihrem Kind Halt und Sicherheit.
  • Aufgaben für die Schule können zu den gewohnten Schulzeiten erledigt werden, auch das trägt zur Tagesstruktur bei.

Behalten Sie ihre Familienrituale bei
Gemeinsames Essen, Zähneputzen, gemeinsames Spielen, Vorlesen, etc. sind eingeübte Rituale - hierdurch bleibt Gewohntes erhalten. Rituale vermitteln ein Gefühl von Alltag.

Sorgen Sie für Bewegung und Aktivitäten an der frischen Luft
Gehen Sie, im Rahmen der Möglichkeiten, mit ihren Kindern zum Beispiel spazieren oder Ballspielen. Dies sorgt für eine ausgeglichene Stimmung und stärkt das Immunsystem.

Sorgen Sie für eine gesunde Ernährung mit viel Gemüse
Lassen Sie Ihr Kind ausreichend Wasser trinken.

Nachrichten sind Sendungen für Erwachsene
Sie sind nur bedingt für Kinder geeignet. Schützen Sie Ihr Kind vor reißerischer Berichterstattung. Wenn Ihr Kind solche Nachrichten mitbekommt, sprechen Sie mit ihm darüber und erklären Sie die gesehenen Inhalte. 

Kinder haben ein anderes Zeiterleben als Erwachsene
Wenn Sie die Tage der Quarantäne am Kalender abstreichen, hilft das Ihrem Kind die Zeitspanne besser zu überblicken und greifbarer zu machen.

Kinder können unter Belastungen in frühere Verhaltensmuster zurückfallen, und benehmen sich unter Umständen wie kleine Kinder.

 

Bedenken Sie: Jedes Kind reagiert anders!

  • Manche Kinder fühlen sich ängstlich
  • manche Kinder sind müde oder unruhig
  • manche reagieren gereizt
  • andere aggressiv oder weinerlich.

Manche Kinder schlafen schlecht oder haben keinen Hunger. Es kann sein, dass sie zum Beispiel wieder einnässen oder Bauchwehbekommen. Das alles können Anzeichen sein, dass Ihr Kind auf die  Veränderungen gestresst reagiert.

Mit Geduld und Zuwendung helfen Sie Ihrem Kind diese Zeit zu überwinden.

Wenn Sie Fragen haben oder direkt mit uns sprechen möchten, rufen Sie uns an. Die Berater*innen der Erziehung-, Ehe- und Lebensberatung sind täglich zwischen 10-14 Uhr in der Telefonsprechstunde unter der Nummer 06232-8725-104 für Sie erreichbar. Sie können außerdem zwischen 8.30 bis 16.30 Uhr unter der Telefonnummer 06232 87 25 112 einen Telefontermin vereinbaren.

*In Anlehnung an die Informationsschrift des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), "Covid-19:  Tipps für Eltern"; abzurufen unter: www.bbk.bund.de   - dort den weiteren Hinweisen folgen.

Text und Fotos: Caritas-Zentrum Speyer / Adobe



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