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Stand: 11.09.2016

Pressemitteilung

"Die Grundstimmung im Stadtteil ist positiv"

Familien leben gerne in Speyer-West. Sie schätzen das Woogbachtal und den Berliner Platz, kurze Wege zu Schulen und Kitas und den bezahlbaren Wohnraum im Stadtteil. Aber sie äußern auch Bedenken und Kritik, etwa an den Preisen für Bustickets. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Befragung von Stadtteil-Bewohnern, die die Caritas und die katholischen Kindertagesstätten St. Elisabeth und St. Hedwig vornahmen und am Montag in St. Hedwig vorstellten. Bei dieser Analyse des Sozialraums Speyer-West standen junge Familien besonders im Fokus.

"Die positive Grundstimmung der Familien im Stadtteil hat uns überrascht", sagte Marlen Bauer von der Erziehungs-, Ehe- und Lebensberatung im Caritas-Zentrum Speyer. Dies stehe im Gegensatz zu den Fakten, die eine schlechtere Stimmung vermuten lassen: 17 Prozent der 13.000 Stadtteil-Bewohner leben von der Grundsicherung - eine hohe Quote. Gemeinsam mit Sabrina Wöhlert, Leiterin der Kita St. Elisabeth, stellte Marlen Bauer das Projekt und die Resultate den rund 45 Zuhörern vor, darunter Mitarbeiter der Caritas und der katholischen Kitas sowie Vertreter von Pfarrei, Stadtverwaltung und Stadtteilbüro und nicht zuletzt Familien aus Speyer-West. 

Welche Themen beschäftigen Familien im Sozialraum Speyer-West? Wo wohnen die Familien und wo kaufen sie ein? Welche Lieblingsplätze haben Kleine und Große im Stadtteil? Wo verbringen sie ihre Freizeit und wohin gehen sie zum Spielen? Welche kritischen Stellen kennen Eltern und Kinder? Über zwei Jahre hinweg sammelten Mitarbeiter der Kitas St. Elisabeth und St. Hedwig sowie vom Caritas-Zentrum Speyer Antworten und Anregungen. 

Das renaturierte Woogbachtal und der neu gestaltete Berliner Platz stehen bei Eltern und Kindern hoch im Kurs, berichteten Bauer und Wöhlert. Erstaunlich für beide ist, wie stark der Woogbach als Grenze wahrgenommen wird und Speyer-West in zwei Bereiche teilt. Bedenken äußersten die Familien zum Schützengarten. Zwar biete er einen wunderbar schattigen Spielplatz mit Matschanlage und weitere Spielmöglichkeiten, Sorgen bereiten aber der Müll und dabei insbesondere benutzte Utensilien zum Drogenmissbrauch.

In der Sozialraumanalyse wurde außerdem deutlich, wie wichtig die Nahversorgung ist und welch hohen Stellenwert einzelne Supermärkte besitzen. Die Familien lieferten auch Ideen für leer stehende Läden. Sie regten unter anderem an, dass eine Zweigstelle der "Tafel" angesiedelt werden könne, damit finanziell schwache Stadtteilbewohner direkt vor Ort günstig Lebensmittel einkaufen können. Bislang befindet sich die "Tafel" in Speyer-Süd. Festgestellt wurde, dass sich ärztliche und Nahversorgung vom Zentrum weg an den Stadtteilrand verlagert haben. Hier hakte Diakon Paul Nowicki ein, der bei der Pfarrei Pax Christi für die Kitas verantwortlich ist. Er betonte, dass an diesem Punkt gearbeitet werden müsse. 

Marlen Bauer und Sabrina Wöhlert betonten mehrfach, wie wichtig die Einbeziehung der Kinder war. Die Mädchen und Jungen traten als Experten in eigener Sache auf, durften und sollten ihre Meinung sagen, was ihnen in Speyer-West gefällt und was nicht. Als Beispiel nannten beide die Anregung eines Jungen, der sich mehr Schatten auf dem Berliner Platz wünscht, damit die Kinder auch an heißen Sommertagen dort spielen können. Kitas und Caritas holten direkt den Unternehmer ins Boot, der auf dem Platz eine Bäckerei-Filiale betreibt. Er versprach, bis zum Sommer zu prüfen, ob ein Sonnensegel beschafft werden kann. Weiteres Projektergebnis: Die Verbindung zwischen Kitas und Caritas und Familien hat sich verstärkt, Ansprechpartner sind im Stadtteil bekannter geworden.  

Am Montag wurden zwar Ergebnisse vorgestellt, aber Sabine Heyn, Leiterin des Caritas-Zentrums Speyer, und Diakon Paul Nowicki waren sich einig: Dieser Tag ist nur ein Zwischenstopp, es geht weiter. Auch wenn in diesem Projekt vor allem Familien mit Kindern im Fokus standen, so sei Familie weitaus mehr als das, sagte Sabine Heyn und nannte als Beispiel die Eltern der jungen Mütter und Väter. 
Paul Nowicki nannte die Caritas einen "ganz wichtigen Kooperationspartner". Die Caritas-Mitarbeiter seien dicht an den Menschen dran und verfügten über ein großes Fachwissen. Auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Speyer sei "gut und wichtig", so der Diakon.

Text und Fotos: Yvette Wagner Caritasverband für die Diözese Speyer

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